Die Pechtra-Baba

Bei diesem seltenen Brauch geht am Vorabend der Heiligen Drei Könige ein hässliches altes Weib, die „Pechtra Baba” von Haus zu Haus.Sie trägt keine Maske, sondern verbirgt ihr Gesicht hinter einem schwarzen Stoff (Strumpf) oder bestreicht das Gesicht und die Hände mit Ruß. Den Kopf bedeckt ein schwarzes Kopftuch oder ein alter Hut. Bekleidet ist sie mit einem langen schwarzen Kittel. Sie betritt auf allen Vieren kriechend oder auch hinkend die Stube. Aus einem alten Korb schüttet sie Apfelspalten, Nüsse, Dörrzwetschken, Äpfel, Süßigkeiten, Rüben und Erdäpfel auf den Boden.

Wer Mut hat, entreißt der Pechtra die Wurst von der Ofengabel, die sie in der Hand hält. Sobald die Pechtra Baba die Stube schweigend verlassen hat, stürzen sich die Kinder auf den Boden und sammeln die Gaben ein.


Die Sage der "Pechtra-Baba"

Ein im Volke Kärntens ziemlich bekanntes Schreckgespenst heißt Perchtra; doch reicht seine Lebensdauer jährlich nur vom Feste der Heiligen Drei Könige bis zum Schlusse der Fastnacht. Sowohl die Deutschen als auch die Windischen stellten sich das Gespenst als ein scheußliches Weib mit Knochen- oder Pferdefüßen vor, das in der einen Hand eine Gabel, in der anderen einen Besen führt. Schon in der Weihnachtszeit geht sie von Hof zu Hof und freut sich an den braven Leuten. Wo aber das Korn noch nicht gedroschen oder der Flachs noch nicht gesponnen ist, da bringt sie Unglück über das Haus.

In der Nacht von Dreikönig aber führt die Pechtra-Baba, die wilde Jagd an. Da sausen Hexen auf Besenstielen daher, Tiere kreischen und auch der wilde Mann ist dabei mit seinen dreifüßigen Hunden. Wenn ein Mensch dieser wilden Schar begegnet, fürchtet er sich schrecklich; wenn er ins linke Wagengeleise tritt, schwitzt er gar Blut vor Angst; legt er sich aber in das rechte, das Gesicht zum Boden, die Hände ober dem Kopf und bleibt schön still, zieht die wilde Jagd über ihn und tut ihm nichts. Kinder, die vor der Taufe gestorben sind, müssen mit der Frau Perchtra herumziehen, solang bis ein Mensch sie anredet. Weil die Kinder so jammern, heißt die wilde Jagd auch "Die Klage".

Pechtra-Baba Brauch
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